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Tipico Sportwetten Wochenprogramm

betting > tipico sportwetten legal


Auch hierzu wird sich das Gericht bestimmt äußern.

Ende 2009

Karlsruhe – Dieser Fall geht bis vors oberste deutsche Gericht. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe verhandelt am Donnerstag (27. Juni) über die Erstattung von Verlusten bei unerlaubten Sportwetten. Anders als oftmals angenommen sind oder waren nämlich mehrere Wettanbieter in Deutschland illegal, darunter die Marktführer Tipico, betano oder bet-at-home. Während die immer mächtiger werdende Sportwettenbranche auch durch die EM 2024 in Deutschland von Rekordumsatz zu Rekordumsatz eilt, droht womöglich eine Klagewelle nie dagewesenen Ausmaßes.

Bonuscodes & Gutscheine

Denn erstmals deutet sich die höchstrichterliche Klärung der umstrittenen Thematik an. Im Kern geht es vor dem BGH um die Klage eines Mannes, der über mehrere Jahre bei Tipico gewettet hat. Zwischen 2013 und 2018 hat er so insgesamt 3718,26 Euro wohl auch bei Fußballwetten verloren. Diese Summe könnte er nun zurückerstattet bekommen. Denn: Während dieses Zeitraums verfügte Tipico über keine deutsche Lizenz für Online-Sportwetten, sondern nur über eine Konzession der maltesischen Glücksspielaufsichtsbehörde. Ein verbotenes Geschäft wird nicht dadurch legal, indem man versucht etwas zu beantragen.

  • Die Besteuerung der Wettgewinne erfolgt in Deutschland durch einen pauschalen Wettsteuerabzug von 5%.
  • Der Steuerabzug wird direkt vom auszahlbaren Gewinnbetrag vor der Auszahlung einbehalten.
  • Spieler müssen die Gewinne nicht in der eigenen Einkommensteuererklärung angeben.
  • Die Steuerpflicht gilt für Gewinne ab dem ersten Euro, es existiert kein Freibetrag.

Das ist genau das gleiche wie bei der Fahrerlaubnis: Es ist ja schön und gut, wenn jemand fahren kann. Aber solange die Person keinen Führerschein besitzt, darf sie trotzdem nicht fahren.

19. Oktober 2015

Denn jedes Land hat seinen eigenen sozialen und kulturellen Kreis. Jedes einzelne Land muss selbst gucken, wie Glücksspiel in die sozialen Gefüge und die Werteordnung passt. Das kann bet fussball wetten heute nicht von Seiten der EU für alle entschieden werden. Was erwarten Sie beim Verkündungstermin des BGH?Voigt: Wir gehen davon aus, dass der BGH dort umfassend sagen wird, dass diese Sportwetten unzulässig waren, da es jedem einzelnen EU-Mitgliedsstaat selbst überlassen sein muss, Glücksspielregeln aufzustellen. Im aktuellen Fall argumentiert der Anbieter Tipico auch damit, dass er in den strittigen Jahren immerhin versucht hat, eine deutsche Lizenz zu erhalten. Sie wirken überzeugt, dass der BGH für den glücklosen Spieler entscheidet.Goldenstein: Die Chancen stehen enorm gut für den Kläger.

  • Spieler müssen sich mit der Videoidentifikation verifizieren, um ein Konto zu eröffnen.
  • Es gelten gesetzliche Einzahlungslimits, die monatlich voreingestellt sind.
  • Eine Sperrfunktion für Konten ist über die OASIS-Sperrdatei oder direkt beim Anbieter möglich.
  • Tipico ist verpflichtet, Spieler auf riskantes Spielverhalten hinzuweisen und Hilfsangebote zu verlinken.

Schon im Frühjahr hat sich der Bundesgerichtshof mit einem ähnlich gelagerten Fall beschäftigt, bei dem sich ein Spieler und der Sportwettenanbieter Betano stritten.

  • Tipico bietet Bonusangebote wie einen Neukundenbonus für die erste Einzahlung an.
  • Bonusbedingungen wie Umsatzanforderungen müssen vor einer Auszahlung erfüllt werden.
  • Regelmäßige Aktionen wie "Risk-Free Bet" oder Quoten-Boosts werden beworben.
  • Alle Werbe- und Bonusangebote müssen den gesetzlichen Vorgaben der GGL entsprechen.

Damals hatte das Gericht einen Hinweisbeschluss erlassen und aufgezeigt, wohin die Reise geht und wie es wohl entscheiden wird.

Tipico Wettquoten

Die Gerichtsverhandlung kommt zu einer Zeit, in der Sportwettenanbieter neue Rekordgewinne einfahren. Durch die aktuell stattfindende Fußball-Europameisterschaft wird sich das weiter erhöhen. Wie IPPEN.MEDIA exklusiv vorliegende Zahlen zeigen, rechnen die Wettanbieter bereits mit mehr Kunden. Die Werbeausgaben für ihre Produkte schossen vor dem Turnier in die Höhe. Dem Bundesdrogen- und Suchtbeauftragten Burkhard Blienert (SPD) sind die Wettanbieter seit Jahren ein Dorn im Auge.

Aktuelle Kurzmeldungen

Er fordert strengere Regularien, etwa beim Sponsoring oder der Werbung und meint gegenüber unserer Redaktion: „Vielen Spielern ist nicht bewusst, dass sie pure Zockerei betreiben.“ Es drohe der Fall in die Sportwettensucht: „Eine Abhängigkeit geht schnell einher mit existentiellem Ruin, privatem Unglück, Krankheit, Jobverlust bis hin zum Suizid.“ Sportwetten würden die Freude am Fußball zerstören, meint Blienert. „Letztlich machen die Sportwettanbieter ihren Profit ja vor allem mit dem Geld der Fußballfans.“ Geld, das einige von ihnen nun womöglich zurückzahlen müssen? Capital: Herr Voigt, in den letzten Jahren wurden Sportwettenanbieter vielfach von glücklosen Spielern verklagt, die ihre Wetteinsätze zurückfordern. Nun hat es ein Fall sogar bis vor den Bundesgerichtshof (BGH) geschafft. Worum geht es?ALEXANDER VOIGT: Ein Spieler hatte zwischen 2013 und 2018 beim Anbieter Tipico viel Geld verspielt. Dieses Instrument nutzen die Richterinnen und Richter, wenn sie zu einer Rechtsfrage ein paar generelle Klarstellungen treffen wollen – auch außerhalb eines Urteils.

  • Tipico ist in Deutschland legal und besitzt eine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).
  • Die Wettanbieter-Lizenz unterliegt strengen gesetzlichen Auflagen zum Spieler- und Jugendschutz.
  • Tipico darf Sportwetten sowohl online als auch in stationären Wettbüros anbieten.
  • Die Legalität bezieht sich auf Sportwetten, Glücksspiele wie Casino sind in separaten Lizenzen geregelt.

So kam es dann ja auch: Weil es für Betano schlecht aussah, zog dieser die Revision aus taktischen Gründen zurück. Aber der Hinweisbeschluss ist trotzdem in der Welt und daran können sich jetzt alle orientieren.

Aufgabenbereich Konkrete Tätigkeit Ziel Befugnis
Marktüberwachung Kontrolle lizenzierter Anbieter (z.B. Tipico) Einhaltung des GlüStV sicherstellen Prüfungen, Auflagen, Bußgelder
Bekämpfung illegaler Angebote Identifikation & Sperrung von Webseiten Kanalisierung auf legale Märkte ISP-Sperrverfügungen, Geldflussunterbrechung
Betrieb des OASIS-Sperrsystems Verwaltung der zentralen Sperrdatei Konsumentenschutz & Spielsuchtprävention Datenabgleich mit allen lizenzierten Anbietern
Verbraucherbeschwerden Entgegennahme & Bearbeitung von Beschwerden Schlichtung zwischen Spieler & Anbieter Empfehlungen aussprechen, Öffentlichkeitsarbeit

Es wäre sehr überraschend, wenn der BGH im Fall um Tipico plötzlich eine Kehrtwende hinlegt. Könnte der Bundesgerichtshof das Verfahren auch an den Europäischen Gerichthof (EuGH) abgeben?Voigt: Das ist möglich, aber unwahrscheinlich. Zwar laufen noch ein paar Verfahren beim EuGH zur Frage, ob der deutsche Glücksspielstaatsvertrag möglicherweise europarechtswidrig ist. Aber dagegen hat sich der EuGH in der Vergangenheit ja klar positioniert: Jedes Land soll selbst handhaben, wie es mit Glücksspiel umgeht.

Immer mehr Glücksspielsüchtige in Deutschland: „Treibt die Kunden in die nächste Wette“

Die BGH-Klage stützt sich auf die Tatsache, dass Tipico Sportwetten ohne Konzession in dem Bereich angeboten hat und deswegen jeder einzelne der damals geschlossenen Wettverträge nichtig ist und rückabgewickelt gehört. Zwischen 2012 und 2021 gab es in Deutschland nach dem damals wirkenden Glücksspielstaatsvertrag ein Totalverbot für Online-Glücksspiele. Zwar galt dieses Vollverbot nicht direkt für Wettanbieter. Doch ein zunächst geplantes Konzessionsverfahren für Online-Sportwetten wurde aufgrund von unionsrechtlichen Bedenken gestoppt, sodass die ersten bundesweit gültigen Lizenzen für Online-Sportwetten trotzdem erst im Oktober 2020 erteilt wurden. Deshalb waren alle Online-Wettanbieter vor Oktober 2020 illegal in Deutschland.

Mit Wetten ins Abseits:Selbsthilfeprogamm gegen Glücksspielsucht

Wie kann Tipico dann behaupten, die Verträge seien gültig?CLAUS GOLDENSTEIN: Tipico und andere Anbieter haben in den Jahren Konzessionen genutzt, die sie in ihrem eigenen Land erworben haben. Es gibt Glücksspielunternehmen, die von Gibraltar aus agieren. Die meisten sitzen allerdings auf Malta und nutzen ihre maltesische Konzession – damit besitzen sie eine Lizenz von einem der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Ihrer Auffassung nach soll es ihnen aufgrund der Dienstleistungsfreiheit dann auch erlaubt sein, in jedem anderen EU-Land Glücksspielwetten anzubieten. Und ist dem denn so?Voigt: Der Europäische Gerichtshof sagt, dass es jedem Mitgliedsstaat selbst überlassen ist, die Regularien vorzugeben, unter denen Glücksspiele im eigenen Land zulässig oder eben verboten sind. Solche Verfahren sind also Verzögerungstaktiken, um Rückforderungen auszubremsen. Goldenstein: Wir sind guter Hoffnung, dass der Bundesgerichtshof sich nicht darauf einlässt, sondern selbst entscheidet. Würde der BGH den Fall europarechtlich klären lassen wollen, hätte er sich im Vorhinein kaum so klar zum Thema geäußert. Dann hätte man auch nicht mündlich verhandelt, sondern die Sache direkt dem EuGH vorgelegt.

Voraussetzung Beschreibung Nachweispflicht Zuständigkeit
Zuverlässigkeit Unbescholtenheit von Geschäftsführung & Gesellschaftern Führungszeugnisse, Unternehmensauszug Lizenzbehörde (z.B. Darmstadt)
Finanzielle Leistungsfähigkeit Ausreichendes Eigenkapital & Liquidität Jahresabschlüsse, Bankbürgschaft Lizenzbehörde & GGL
Technische Sicherheit Manipulationssicherheit der Plattform Gutachten von Prüfstellen (z.B. GTÜ) Technische Prüfstelle der GGL
Spielerschutz-Konzept Maßnahmen gegen Spielsucht Dokumentation zu Limits, Sperren, Beratung GGL

Wenn es zum Urteil kommt, erhalten Spieler dann automatisch Geld zurück?Goldenstein: Nein, das muss jeder für sich einklagen. Aber da rollt längst eine Klagewelle, auch weil sich viele Prozessfinanzierer dieser Thematik angenommen haben. Es ist halt eine relativ leichte Rechtsmaterie: Hat ein Spieler bei einem Anbieter gewettet, der keine Konzession besaß, ist kein Geschäft zustande gekommen.

Ein- und Auszahlungen

„Andererseits haben auch fast alle deutschen Amts-, Land- und Oberlandesgerichte im Rahmen hunderter ähnlich gelagerter Verfahren beinahe ausnahmslos zugunsten der Klägerseite entschieden.“Die Kläger – also die Menschen, die Geld durch Wetten verloren haben – hätten damit gute Chancen. „Demnach ist es hierzulande verboten, Online-Glücksspiele ohne deutsche Glücksspiellizenz anzubieten. Dies gilt selbst dann, wenn alle Voraussetzungen für die Erteilung einer Lizenz erfüllt waren“, schildert Goldenstein. „Schließlich ist es beispielsweise auch illegal, ohne Fahrerlaubnis Auto zu fahren. Ob die Voraussetzungen für die Ausstellung eines Führerscheins grundsätzlich erfüllt waren, spielt dabei keine Rolle.“ Es sei insgesamt „sehr wahrscheinlich, dass die BGH-Richter die Rückforderungsansprüche des Klägers bestätigen und damit auch anderen Klägern zu Rechtssicherheit verhelfen“.

Die Sportwettanbieter verweisen auf in Malta, Gibraltar oder der Isle of Man erworbene Lizenzen

Ob eine Entscheidung direkt am Donnerstag erfolgt, war am Vortag noch nicht absehbar. Den Spieler im Karlsruher Fall vertreten die Prozessfinanzierer Gamesright. „Ich bin überzeugt, dass der BGH im Sinne der Verbraucher entscheiden wird. Diese konnten nicht ahnen, dass namhafte Anbieter verbotene Sportwetten angeboten haben“, erklärte Hannes Beuck, einer der Gründer von Gamesright, im Mai dem Sport-Informationsdienst. „Es geht um einen Erdrutsch für bet seriose wettanbieter die Sportwettanbieter und einen immensen Schaden. Also wird die ganze Nummer nach dem Gesetz abgewickelt und der Spieler bekommt sein Geld zurück. Unsere Erfolgsquote liegt bei fast 100 Prozent.

Tipico Verluste zurückholen

Bundesweit änderte sich das erst 2021 mit dem Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags. Der Wettanbieter war damals also im Grunde genommen illegal – bot aber dennoch Wetten auf Fußball, Tennis oder Eishockey an. Die Klägerseite argumentiert daher, dass die Wettverträge zwischen dem Kläger und Tipico unwirksam waren. Tipico selbst beteuert, es habe alle inhaltlichen Voraussetzungen für die Erlaubniserteilung einer deutschen Online-Sportwetten-Lizenz erfüllt und hätte deshalb schon vor dem neuen Glücksspielstaatsvertrag eine Lizenz für dieses Angebot erhalten müssen. Außerdem geht Tipico davon aus, dass sein Angebot auch mit einer maltesischen Glücksspiellizenz in Deutschland legal ist.

Welche Sportwetten werden bei Tipico angeboten?

Tipico beruft sich auf die EU-Dienstleistungsfreiheit und fordert, dass die Klage abgewiesen wird. Es ist nicht der erste Fall zum Thema Sportwetten vor Gericht. Bei verschiedenen Landesgerichten sowie beim BGH selbst spielte die Thematik zuletzt eine Rolle, wie der Rechtsanwalt Claus Goldenstein erklärt. Seine Kanzlei vertritt nach eigenen Angaben rund 4000 Mandanten bei der Rückforderung ihrer Spiel- und Wettverluste. „Einerseits haben die BGH-Richter sich bereits im März im Rahmen eines Hinweisbeschlusses verbraucherfreundlich in Bezug auf Rückforderungsansprüche gegenüber illegalen Online-Wettanbietern positioniert“, sagt Goldenstein IPPEN.MEDIA. Wenn jetzt noch der Bundesgerichtshof positiv für Wettspieler entscheidet, ist das ein Grundsatzurteil, was Rechtssicherheit schafft für die unteren Instanzen.