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KI-gestützte Identifikation von Wertwetten im Sport

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Beispielsweise verurteilte das Landgericht Heidelberg den Anbieter Tipico am 1. Februar dazu, mehr als 377.000 Euro an einen Süchtigen zu zahlen, plus Zinsen. Vereinfacht gesagt argumentieren die Gerichte: um die illegalen Anbieter nicht zu belohnen und die Spieler*innen zu schützen, müssten die Anbieter das Geld wieder herausgeben.

Automaten mit illegaler Software manipuliert

Seine Versuche, gegen die Sucht anzukämpfen, bleiben erfolglos. Im März 2020 besucht er eine Selbsthilfegruppe, doch die habe ihm nicht geholfen. Professionell geleitete Therapie sei ihm lieber, deswegen ging er in eine Klinik. Danach spielt er eine Weile nicht – doch im Dezember 2021 überweist er wieder Geld an Glücksspielanbieter. In seinem Ordner hat Petzold auch rechtliche Dokumente: Er hat gegen Sportwettenanbieter geklagt. Sie, die illegalen Anbieter, tragen laut diesen Urteilen also die Schuld. Nicht die Menschen, die bei den illegalen Anbietern wetten.

Preisgelder: Wann sind sie steuerpflichtig?

Högt gewinnt zwar hin und wieder, meistens aber verliert er. Sein Ausbildungsgehalt von etwa 600 Euro hält oft nicht bis zum Ende des Monats. Als seine Eltern bemerken, dass er ein Problem mit Sportwetten hat, reden sie mit ihm, versuchen ihn davon abzubringen. Heute ist er froh über ihre Unterstützung. Sie kontrollieren sein Konto und übernehmen vorerst seine Schulden.

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Doch das wiegt Högt in falscher Sicherheit. „Nach ein paar Wochen dachte ich, ‚Mensch, du hast dein Leben, die Finanzen im Griff. Du könntest wieder etwas Geld setzen.‘ Dann war ich schnell wieder bei den hohen Einsätzen.“ Seiner Mutter zuliebe besuchte er zwar die Suchtberatung in Bremen. Aber auf dem Rückweg sei er beim Wettbüro rangefahren, das auf dem Weg liegt. Mit Bargeld, damit es auf seinem Konto nicht auffällt.

„In jedem Team, in dem ich war, kannte ich Spieler, die wetten“

Das alles passierte vor 2018, Sportwetten waren da noch eine Grauzone in Deutschland. Ursprünglich war es privaten Anbietern verboten, öffentlich Wetten anzubieten. Aber was auch in Bezug auf andere Süchte gilt, gilt auch für die Spiel- und Wettsucht: Man nimmt an, ein legaler Markt sei sicherer für die Süchtigen, der Staat habe die Kontrolle. Außerdem verdient die Gesellschaft an den Steuern mit. Jahrelang haben sie versucht, sich auf deutschlandweite Regeln fürs Glücksspiel zu einigen. Aber alle Urteile sind noch relativ frisch.

Algorithmus Anwendungsbereich Komplexität
Logistische Regression Binäre Ergebnisvorhersage (Sieg/Niederlage) Mittel
Neuronale Netze Erkennung komplexer Muster in Spielverläufen Hoch
XGBoost Feature-Bedeutungsanalyse für Quotenbildung Hoch

Ob die einst illegalen Anbieter mittlerweile legal sind, spielt dabei übrigens keine Rolle – siehe Tipico –, wenn sie schon davor Wetten angeboten haben. Seit dem 1. Januar 2023 gibt es in Deutschland eine zentrale Behörde für Glücksspiel: die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle. Zuvor waren die Zuständigkeiten über die Bundesländer verteilt. Untergebracht ist die GGL in einem Bürogebäude in der Innenstadt von Halle. Die Flure sind mit blauem Teppich ausgelegt, wenige Menschen sind unterwegs.

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Weil sie sein Geld durch illegale Wetten bekommen haben, will Petzold es wieder. Seine Klagen haben Erfolg: Zwei Gerichte geben ihm recht. Die Anbieter müssen ihm demnach das Geld zurückzahlen. Der Anbieter Unibet, zu der Zeit, als Petzold gespielt hat, Sponsor der Bundesliga-Vereine Borussia Mönchengladbach und RB Leipzig, soll ihm rund 69.000 Euro erstatten. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig, aber es sind nicht die einzigen Verfahren dieser Art. Von den 104 Planstellen der Behörde sind aktuell nur 68 besetzt.

Sportwetten in Deutschland: Wetten, dass die Sucht siegt?

Derzeit stehen rund 178.000 Namen in der Datei. Darunter ist auch der Name Oliver Petzold. Der 37-Jährige ist schon seit Jahren gesperrt, lebenslang. Trotzdem habe Petzold sich Sommer 2019 bei Tipico anmelden und auf die Basketball-WM wetten können, erzählt er. Damals war Tipico noch nicht ans Oasis angeschlossen.

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Ende Februar 2023 sitzt er in einem Berliner Café, tief eingesunken in einen Sessel. Er trägt einen dunklen, blaugrauen Hoodie und Jeans. Mit den Händen tippt er nervös auf seine Knie. Er will seine Geschichte erzählen: von seinem Weg in die Sucht, von seinem Kampf heraus. Petzold versuchte nicht nur, in Kliniken vom Spielen wegzukommen, er ist auch vor Gerichte gezogen, hat Spieleanbieter verklagt.

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„Das, was die machen, ist verantwortungslos“, sagt er. Er hat einen Ordner voller Belege mit zum Treffen mit der wochentaz gebracht. Darin befindet sich die schriftliche Bestätigung des Regierungspräsidiums Darmstadt, dass er gesperrt ist. Außerdem: Screenshots, Kontoauszüge, Briefe von Anwälten und Experten. Die Papiere bet lizenzierte wettanbieter geben ihm Sicherheit, sagt er. Darunter sind Psycholog*innen, Rechtsanwält*innen und Informatiker*innen. Personal zu finden ist nicht einfach, der freie Markt zahlt bessere Gehälter. Die Behörde erteilt die Erlaubnis für Glücksspiel in Deutschland und kontrolliert, ob sich die Anbieter an die Regeln halten. Sie soll den Schwarzmarkt eindämmen, und sie verfolgt Werbung für illegale Anbieter. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin geht derzeit zum Beispiel gegen einen Youtuber vor und fordert per Strafbefehl von ihm 120 Tagessätze à 4.000 Euro Strafe. Trotz Warnungen hatte er wiederholt für einen illegalen Glücksspielanbieter geworben.

  • Branchenführer wie Sportradar und Stats Perform
  • Spezialisierte KI-Wettsoftware-Anbieter (z.B. Stratagem, RebelBetting)
  • Open-Source-Projekte und Community-Foren für Austausch
  • Proprietäre Systeme großer Wettunternehmen und Hedgefonds
  • Freiberufliche Data Scientists auf Plattformen wie Upwork

Doch auch die 480.000-Euro-Strafe ist noch nicht rechtskräftig. Um illegales Glücksspiel einzudämmen, sieht der Glücksspielstaatsvertrag außerdem vor, dass die Glücksspielbehörde illegale Webseiten sperren lassen kann.

  • Python-Bibliotheken wie Scikit-learn, TensorFlow, PyTorch
  • Datenbanken (SQL, NoSQL) für historische Spielstatistiken
  • Cloud-Dienste (AWS, Google Cloud) für Skalierbarkeit
  • APIs von Sportdatenanbietern für Echtzeit-Feeds
  • Datenvisualisierungstools (Grafana, Tableau)
  • Streaming-Frameworks (Apache Kafka, Spark) für Live-Daten

Aus Deutschland könnte man sie dann nicht mehr erreichen. Doch auch hier ist noch offen, ob das Vorhaben rechtmäßig ist. Mehrere Anbieter haben Klage gegen diese Sperranordnung eingereicht. Dieser Text erschien zuerst in der wochentaz, unserer Wochenzeitung von links!

  • Integration in Trading-Plattformen und Wett-APIs
  • Benutzerfreundliche Dashboards mit KPIs und Warnmeldungen
  • Mobile Apps für Benachrichtigungen und schnelle Aktionen
  • Automatische Berichterstattung und Performance-Analyse
  • API-Schnittstellen für benutzerdefinierte Skripte und Erweiterungen

In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist – und wie sie sein könnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und natürlich im Abo. 361 illegale Webangebote zählte der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) zuletzt. Aus Sicht des Branchenverbands, in dem die legalen Anbieter versammelt sind, ist das ein Problem: Die Illegalen nehmen ihnen das Geld weg.

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Petzold will belegen, dass er heute die Wahrheit sagt, nachdem er sich selbst und andere so oft belogen hat. „Allein, wenn ich gesagt habe ‚Mir geht es gut‘, stimmte das schon nicht.“ 2019 habe er gerade eine schwierige Phase durchgemacht und sich mit dem Wetten abgelenkt: am Smartphone, Tablet oder Computer, allein bei sich zu Hause. Um den Sport zu verfolgen, auf den er setzte, habe er verschiedene Streamingplattformen abonniert. Auf vier Bildschirmen verfolgte er gleichzeitig live den Sport, stundenlang, sagt er, das Handy auf stumm. Er wettete nicht nur auf Sport, sondern zockte auch an Online-Glücksspielautomaten.

Zahlungsmethoden der Wettanbieter

Obwohl er ein regelmäßiges Einkommen und Ersparnisse hatte, ging ihm das Geld aus. Ständig habe er darüber nachgedacht, wo er neues herbekommt, um weiter spielen zu können. Stattdessen sei er für Kredite zu seiner Bank gefahren – einmal sogar in seiner Uniform. „Bei der Arbeit kam mir der Gedanke: ‚Du musst jetzt Geld holen.‘ Dann war das wie bei der Augsburger Puppenkiste, als wäre ich an Schnüren und würde bewegt.“ Er habe angerufen, einen Termin gemacht und bekam 25.000 Euro Bargeld. Ein bisschen was habe er eingezahlt, den Rest „verdaddelt“. Die Umsätze der legalen Anbieter seien 2022 um 13 Prozent zurückgegangen, auf 8,2 Milliarden Euro, beklagt die Lobbygruppe bei einer Pressekonferenz Anfang März. Gleichzeitig kritisiert sie die Regeln des legalen Glücksspielmarkts: Sie seien zu strikt, würden den Spaß am Wetten verderben. Wer sein „Hobby“ ausleben wolle, sei gezwungen, auf den Schwarzmarkt abzuwandern. Dabei war der Sportwettenverband selbst beteiligt an der Entstehung des Glücksspielstaatsvertrags. Ende November 2022 erhielt er eine Auszeichnung von anderen Lobbyisten für seinen Einsatz beim Glücksspielstaatsvertrag. Eigentlich nichts Besonderes, Lobbyisten beschenken sich oft gegenseitig mit Preisen. Aber die Begründung ist aufschlussreich: Der DSWV habe „die Entstehung des neuen Glücksspielstaatsvertrags stets konstruktiv begleitet, maßgebliche Impulse für den Gesetzgebungsprozess gegeben und die Interessen seiner Mitglieder erfolgreich vertreten“. Bemerkbar macht sich das beispielsweise bei der Werbung. Während für Glücksspiel, also etwa für Online-Poker, nur zwischen 21 und 6 Uhr geworben werden darf, ist Werbung für legale Sportwetten rund um die Uhr erlaubt, wie Zuschauer*innen bei fast jeder Sportübertragung merken. Das Geld der Glücksspielbranche ist überall im Profisport sichtbar: Alle Vereine der 1. Fußballbundesliga haben einen Glücksspielanbieter als Sponsor, nur bei einem, dem SC Freiburg, ist es keine private Wettfirma.

Automaten durch Fälschung unbrauchbar

Das führte 2011 so weit, dass im CDU und FDP regierten Schleswig-Holstein Glücksspiel legal wurde, in den anderen Bundesländern nicht. Im Jahr 2020 einigten sich die Bundesländer schließlich, ein Jahr später trat der bundeseinheitliche Glücksspielstaatsvertrag 2021 in Kraft. Der Glücksspielstaatsvertrag legt fest, was die Wettunternehmen anbieten dürfen: So dürfen sie keine Wetten auf Amateursport oder auf den nächsten Eckball zulassen. Alles, was sich leicht manipulieren lässt und wobei Wetten ständig erneuert werden können, ist verboten. Auch paralleles Spielen bei verschiedenen Anbietern ist verboten, es gilt als zu risikoreich.

Sonderfall: Gewinn weitergeben = Schenkung

Allerdings interessieren sich die weiterhin aktiven illegalen Anbieter nicht dafür. Aber wen überrascht es, wenn sich Onlineangebote nicht an Gesetze halten? Eigentlich sind Anbieter verpflichtet, Spieler*innen vom Glücksspiel ausschließen, wenn diese suchtgefährdet oder überschuldet sind. Dafür gibt das Sperrsystem „Oasis“, welches das Regierungspräsidium in Darmstadt verwaltet. Das ist eine Art Blacklist für potenzielle Spieler*innen.

6. Fantasy Sport

Während illegale Anbieter das generell ignorieren, müssen sich alle legalen Anbieter dem System anschließen. Sie haben damit Zugriff auf eine zentrale Datei, in der Spieler*innen verzeichnet sind, die sich entweder selbst vom Glücksspiel ausgeschlossen haben oder von anderen gesperrt wurden. Bei jeder Anmeldung gleichen die Anbieter die Daten anonymisiert mit der Datei in Darmstadt ab. Sind sie dort vermerkt, kann die Person nicht am Glücksspiel teilnehmen. Wie eine Ausweiskontrolle und ein Einlassverbot bei Spielbanken.